Feinabstimmung:

(Überarbeitet am 17.6.2005.)

Nachdem das Standard-Set-Up eingestellt wurde, geht man nun zur Feineinstellung über. Sie ist in Abhängigkeit von dem sich bietendem Gelände vorzunehmen. Zur grundsätzlichen Hilfe wurde folgender Abstimmungsplan zur standardisierten Vorgehensweise entworfen, der sich bei den Einsätzen des Sommer Racing Teams bewährt hat. Dieser Einstellungsplan gilt für jedes Baujahr und jeden Fahrzeugtyp.

    Feinabstimmung    
  Gabel Gabel Federbein Federbein
Bodenverhältnisse Zustufe Druckstufe Zustufe Druckstufe
Weich und wellig o + ++ +
Weich und eben + ++ + +
Hart und wellig o - - o
Hart und eben - o - +
Straße + ++ + o

o = Standardeinstellung     + = Grundwert erhöhen       ++ = Grundwert verstärkt erhöhen     - = Grundwert reduzieren+ = Grundwert erhöhen

++ = Grundwert verstärkt erhöhen  -  = Grundwert reduzieren

Zur Erklärung der Tabelle "Feinabstimmung" haben wir hier die in der Praxis auftretenden Aufgaben im Gelände analysiert und Lösungen dazu ausgearbeitet. Hier gehen wir davon aus, dass das Standard-Set-Up (siehe Tabelle) richtig eingestellt wurde.

Vorderpartie

Federwegkontrolle

Einfach an Tauchrohr Kabelbinder befestigen. Dieser wird beim Einfedern vom Standrohr nach unten gedrückt und somit ist eine Kontrolle möglich, wie weit die Gabel maximal einfederte.

sign_attention.gif    Vorderpartie unruhig beim Anbremsen - Federweg wird aber komplett ausgenutzt. Vorderpartie zu tief oder Heck zu hoch während der Bremsphase:

smile.gif    Gabeleinstellung/abstimmung zu weich.

  • Druckstufe in der Gabel erhöhen.
  • Ölstand in der Gabel erhöhen.

sign_attention.gif    Vorderpartie unruhig bei höheren Geschwindigkeiten und in der Beschleunigungsphase Vorderpartie im Vergleich zum Heck zu tief:

smile.gif    Der Gabelüberstand ist zu groß,, der Nachlauf des Vorderrades ist zu gering. Daraus resultiert ein zu schlechter Geradeauslauf.

  • Kontrolle ob Gabel zu weit in die Gabelbrücken durchgeschoben ist.
  • Gabel in der Gabelbrücke ( Abstand zwischen den eingefrästen Nuten)  5mm tiefer montieren.

sign_attention.gif    Federweg wird nicht ausgenützt, Gabel fühlt sich hart an - schlechte Vorderradführung in wellendurchsetzten Kurven:

smile.gif    Gabelgegendruck zu hoch, bzw. Ölstand zu hoch.

  • Gabel entlüften.
  • Druckstufe um zwei Klicks stufenweise verringern.
  • Ölstand in der Gabel reduzieren.  

sign_attention.gif    Vorderradgabel schlägt durch und arbeitet zu soft" über den ganzen Federweg

smile.gif    Federrate der Gabelfeder zu niedrig oder Druckstufe zu weich eingestellt (Standard Set Up kontrollieren):

  • Druckstufe erhöhen.
  • Ölstand in der Gabel erhöhen.

sign_attention.gif    Gabel arbeitet gut auf kleinen Bodenunebenheiten, ist aber zu hart im letzten Drittel des Federweges

smile.gif    Gabel zu progressiv:

  • Druckstufe verringern.
  • Ölstand in der Gabel in 10 mm Schritten absenken.

sign_attention.gif     Gabel verhält sich auf kleinen Wellen sehr unkomfortabel, nutzt aber den vollen Federweg aus.

smile.gif    Federvorspannung der Gabel zu hoch oder die Einstellung der Druckstufe wurde auf einen zu hohen Wert eingestellt:

  • Federvorspannung verringern. (Standard Set Up falsch !)
  • Druckstufendämpfung verringern.

sign_attention.gif    Gabel schluckt die erste von mehreren Wellen, fühlt sich aber nach einigen Wellen härter an, schlechte Vorderradführung in langgezogenen, welligen Kurven.

smile.gif    Einstellung der Zugstufendämpfung zu hoch:

  • Zugstufendämpfung verringern.

sign_attention.gif    Lenker schlägt nach Sprüngen ins Handgelenk. Schlechte Vorderradführung nach der Landung.

smile.gif    Einstellung der Zugstufendämpfung zu niedrig:

  • Zugstufendämpfung erhöhen.

sign_attention.gif    Motorrad fährt sich sehr "kippelig" in Kurven - ein " runder Strich" ohne weiteres nicht möglich

smile.gif    Gabelüberstand zu groß, Vorderfront im Vergleich zum Heck zu tief:

  • Gabel 5mm tiefer in der Gabelbrücke montieren. (Also Gabelüberstand verringern). Hierbei Anzugsdrehmoment der Klemm schrauben beachten!

sign_attention.gif    Motorrad schiebt in Kurven übers Vorderrad weg - Motorrad macht einen unhandlichen Eindruck

smile.gif    Vorderpartie im Vergleich zum Heck zu hoch:

  • Gabelstandrohre in der Gabelbrücke 5 mm höher montieren. Anzugsdrehmoment beachten!
  • Sportumlenkhebel hinten montieren
  • Sitzposition vor den Kurven bzw. Anliegern mehr nach vorne verlagern. So bekommt man mehr Druck auf das Vorderrad.

sign_attention.gif    WP Gabel Modell 98/99

smile.gif    Bitte bei 98er Modellen beachten: Vorderrad kann bei Extremsituationen (komplett durchgefedert und durchgesteckter Gabel den Kotflügel berühren. Grund ist die Verkürzung des Gabelunterstandes und damit verbundener Reduktion des Federweges auf 280 mm bei der 98er White Power Gabel.

sign_attention.gif    Gabel spricht unsensibel an, je weiter sie einfedert, desto "unwilliger" geschieht dies.  

smile.gif    Die Gabel ist verdreht (Z.B. nach einem Sturz) oder wurde schief eingebaut.

  • Achsenklemmug (Faust) beidseitig aufschrauben, ebenso die Achsenmutter etwas lockern.
  • Die Gabel dann mehrmals weit einfedern, denn dann richten sich die Gabelholme aus auf der Vorderradachse.
  • Zuerst die Seite der Klemmfaust befestigen, welche die Steckachse klemmt.
  • Dann die Achsmutter festziehen. Am Ende dann die zweite Klemmfaust anziehen. Wenn die Gabel nur 1mm "schief", also nicht parallel läuft, macht sich dies bereits bemerkbar  durch ein unsensibleres Ansprechverhalten..
  • Ganz wichtig außerdem: Beide Gabelholme müssen oben an der oberen Gabelbrücke gleich weit herausstehen, sonst ensteht der gleiche Effekt.

Und hier noch ein Geheimtipp aus der eigenen Trickkiste: Man nehme einen benzin- und ölfesten Schaumstoff und schneide daraus kleine Streifen ab. So lange, daß sie um die Gabeltauschrohre reichen. Dann nehmt Ihr gutes, dünnes Silikonöl oder Fett (Am besten Bohrhammerfett) und tränkt diesen Schaumstoffdocht darin. Dann wird der Staubsimmering entfernt und der Ring zwischen Staub- und Ölsimmering eingelegt. So ist die Gabel länger gut geschmiert und das Öl/Fett läuft dank dem Docht nicht nach unten weg. Spürbar besser wird das Ansprechverhalten der Gabel.

 

 Heckpartie

sign_attention.gif    Das Hinterrad stempelt beim anbremsen auf Erdboden oder der Straße.

smile.gif    Die Federeinstellung ist zu hart, bzw die PDS Feder ist ausserhalb des einstellbaren Bereichs.

  • Negativfederweg und Durchhang richtig einstellen.
  • Die PDS Feder nicht weiter als ca 5mm vorspanen. Sonst verläßt man den linearen Anfangsbereich und die Federkennlinie verschiebt sich nach oben. Hängt Dein Moped hinten zu weit durch wenn Du drauf sitzt (etwa 90-110mm Durchang), dann bist Du zu schwer für die verwendete Feder. - Dann hilft nur noch eine härtere Feder einbauen!

 

Daten entnommen aus dem Sommer KTM Katalog 1999.

Ergänzt durch eigene Erfahrungswerte.