Reisebericht Enduromania 1-2001

Quo Vadis, oder ... mit dem Asterixlatein am Ende

Erlebnisse bei der Enduromania

 

 "Was...??...wohin wollten wir,...woher kamen wir?" Karl, mein Freund aus der letztjährigen Veranstaltung blickt mich etwas bleich, um nicht zu sagen dem Alpinaweiß vom Baumarkt sehr ähnlich, an.
Bei unserer ersten Teilnahme im Vorjahr hatten wir von diesem Mann noch profitieren können, da wir mit ihm ein sehr gut funktionierendes Team, das aus mindestens drei Fahrern bestehen muss, bildeten. Und nun liegt er da... ein Häufchen Elend, dabei waren wir erst beim Aufwärmen - nicht einmal ein Wertungstag... Ein grob geschotterter Waldweg ist dem Wiener Zeitgenossen zum Verhängnis geworden. Nun klagt er über starke Schulterschmerzen, da er auf spektakuläre Art und Weise seinen fahrbaren Untersatz verlassen musste. Anhand seiner diffusen Fragestellung dürfte er nicht nur auf die Schulter gefallen sein... -Mens sana in corpore sano-
(gesunder Geist in einem gesunden Körper)..?
Es ist zwar schon einige Zeit her, da die Römer Rumänien einnahmen, doch manche Redewendung hat die Zeit überdauert. Ebenso wird hier nicht jede Schlacht gewonnen, wie diese Erlebnisse zu berichten wissen. Ein Jammertal; selbst die hervorragende Organisation von Sergio Morariu, dem Veranstalter der Enduromania, die eine umgehende Bergung unseres Kameraden sicherstellt, kann nicht über die Tatsache hinwegtrösten, dass für Karl der Wettbewerb schon am Einfahrtag vorbei ist. Selbst die Besten erwischt es, und verbleibenden Legionäre sind für die lang herbeigesehnte Endurowoche in den Karpaten gewarnt.
Meinen Stammtischbrüdern hatte ich von meiner Vorjahresteilnahme dieser Sternfahrt vorgeschwärmt und dick aufgetragen. Das nächste mal sollte aus unserem Kreis der Gäubodenpflüger etwas größere personelle Präsenz Vorort sein. Meine Erzählungen hatten gewirkt und nach wenigen Kilometern in dieser grandiosen Gebirgslandschaft, sind meine vier Genossen der Meinung, dass ich eher noch untertrieben hätte. Zu stark sind sie von den sich bietenden Möglichkeiten beeindruckt, um anders als in Superlativen zu diskutieren.

Für diese Veranstaltung haben wir uns etwas mehr vorgenommen, und sogar den Kauf eines eigenen GPS (Sat-Navigation) nicht gescheut. Dieses solle ein gutes Abschneiden ermöglichen. Zur Erinnerung: Man hat 4 Tage Zeit, um möglichst viele der 65 Checkpunkte in Wald und Wiesen zu erreichen. Die Vorgehensweise ist der Organisation ziemlich egal, nur im Team zu 3 Mann oder mehr sollte zur eigenen Sicherheit gefahren werden.
Das heißt z.B.: Wenn jemand meint, im Wald besser zu übernachten als bei Zaharia, unserem Wirt, so soll er das auch tun. Immer wieder vollziehen dies einige Teilnehmer - wenngleich nicht immer freiwillig -, obwohl das Abendessen sowieso so üppig und exzellent ausfällt, dass das nicht nötig wäre.

-Panem et circenses- (Brot und Spiele)- was das Volk halt braucht.

Heuer testet Sergio eine GPS-Wertung, bei der 9 Punkte alleinig durch ihre GPS Daten beschrieben sind. Alle anderen sind noch mit einer Wegbeschreibung versehen, die jeder Teilnehmer erhält. Eine Herausforderung für unser neu erworbenes Teil, wenngleich die Erprobung in der heimatlichen Garage nicht zu einer professionellen Vorbereitung zählt. Ein Minicomputer, auf neudeutsch "Notebook", dementsprechende Software, und digitales Kartenmaterial komplettieren unsere Kanonen für die Cyberjagd. Was mir zu denken gibt: Karl hatte ein ähnliches Equipment, doch hat es ihm nicht viel gebracht, weil seine Festplatte wie oben beschrieben leicht geschüttelt wurde. Wir sind bereit, sein Erbe anzutreten und stürzen uns am ersten Wertungstag voll in die Navigation. Am meisten sind wir selbst überrascht, wie zielstrebig wir die Punkte sammeln können. Doch ist dies eher der Erinnerung an letztes Jahr, als der Weltraumüberwachung zu verdanken. Natürlich nimmt nicht jeder diese Punktesammlerei so ernst wie wir, da das Land genügend Gelegenheit zum Bummeln bietet oder einfach dazu verleitet mit dem Gelände zu spielen.

Wanderer und Mountainbiker sind hier gleichermaßen aufgehoben, wie die motorisierten Recken. Ein Team hat es sich an die Fahnen geschrieben, ohne größere Hilfsmittel - und schon gar nicht mit GPS zu fahren. Unsere High-Tech-Gruppe kann über soviel Ignoranz dieser Amish-Gemeinde nur den Kopf schütteln.

-Beati pauperes spiritu- (Zensur)

Um so erstaunter sind wir, als diese "Sekte des abgelehnten Fortschritts" einiges an Punkte vorzuweisen hat.... pah... Zufall. Andere wiederum, das bewährte Team um Ron Weiz, bekommen Sonderaufträge, um -ganz im Sinne römischer Legionen- noch unerkundetes Land zu unterwerfen. Diese Truppe hatte in der Vergangenheit schon öfters gewonnen und sucht hierbei eine neue Herausforderung. Da der erste Tag unsere Erwartungen an Fahrspaß und Punktebilanz weit übertrifft, wird eine Informationssperre verhängt, um nicht falschen Ehrgeiz bei den Konkurrenten zu wecken.

Diese denken scheinbar überhaupt nicht daran und fahren einfach in den blauen Himmel. Sie sind sich der Tatsache bewusst, das ganze Jahr von dieser Woche zu zehren. Denn hier ist ein Endurofahren möglich, bei dem in der Heimat die Legalitätsgrenze nicht nur angekratzt wäre. Hier stört sich keiner daran, denn auch bei uns sind die wahren Umweltsünder woanders zu finden. Komischerweise wurden bei unseren Fahrten immer wieder Tierarten gesichtet, die zuhause längst ausgestorben sind, oder die wir unseren Kindern nur durch Erzählungen nahe bringen könnten. Logisch, dass dann Motorradfahrer die Sünden der Industriegesellschaft büßen müssen. Hier scheint zumindest die Motorradwelt noch in Ordnung. Dazu gesellt sich, dass bei den Leuten in den Dörfern immer noch Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft derart zählen, dass selbst die Wiederholungstäter bei dieser Fahrt immer wieder verblüfft werden.

Das mit dem blauen Himmel stimmt leider für den zweiten Wertungstag wenig, da die Wolken tief hängen und auch gerne bereit sind, von ihrer Ladung abzugeben. Auf Deutsch: Schweinewetter.
-Nunc est bibendum.- (nun muss getrunken werden) Das Ganzkörperkondom nutzt hier auch nicht viel. Einerseits ist die Gummihose bald von den Fußrasten perforiert, dass sie vielleicht noch als Gießkanne taugt, andererseits werden die Klamotten darunter auch klamm - dafür aber nicht mehr trocken. Das schwammerlähnliche Einsammeln der Wertungspunkte findet ein jähes Ende und wir müssen erkennen, dass nicht jeder Hügel oder Trampelpfad, welcher von der Technik angepriesen wird, auch zum Erfolg führt.
-Errare humanum est.- (Irren ist menschlich).

Wir verfransen uns mehrfach und sind dementsprechend gut gelaunt, als auch noch die Unterhosen ihren wärmenden Dienst quittieren. Bei einer langen Fahrt durch ein ansteigendes Bachbett sehen wir uns schon wieder um die Früchte unseres Strebens betrogen, da hier militante Holzarbeiter ein Fortkommen durch Baumbarrieren verhindern. Der lose Untergrund spielt diesen kurzsichtigen Axtschwingern in die Hände und setzt dem Weiterkommen 500m vor dem Ziel ein Ende. Die Nerven liegen blank und der gesunde Fußmarsch -concursu- (im Laufschritt) wird als Alternative zur Punktejagd eingesetzt. Hier muss ich die Erfahrung machen, dass 500m Luftlinie im Wald sehr... sehr lang sein können. Diesen Punkt müssen wir auch noch mit Blutzoll erkaufen, denn Gigi stürzt beim Zurückfahren aus dem Schlund so unglücklich, dass er sich am Oberschenkel einen langen Riss zuzieht.
Diese bös auseinanderklaffende Wunde muss umgehend genäht werden und wieder macht sich Sergios Rettungsdienst bezahlt. Innerhalb einer halben Stunde kommt der Veranstalter und hat im Wagen die Krankenschwester, mit der Karl schon bekannt wurde, wieder dabei. Dank fast lückenlosem Handyempfang liegt der Unglückliche, der mittlerweile wieder an den Baumarkt erinnert, umgehend auf dem Tisch eines Arztes. Selbst der Rücktransport des Motorrades wird organisiert, so dass der Rest der Truppe noch etwas bei dem "freundlichen" Wetter herumtoben kann.

Mit stark dezimierter Gruppe und sinkender Moral versuchen wir dem Tag noch irgendwas positives abzugewinnen, aber erst die heiße Dusche und das feine Abendmahl lässt die Lebensgeister zurückkehren. -Vinum et musica laetifacant cor.- (Wein u. Musik erfreut das Herz)
Gigi könnte fast auch wieder lachen, wenn ihm nicht bewusst wäre, dass diese Verletzung kein Fahren mehr zulässt. Bitter muss es sein, abgesehen von den Schmerzen, den Rest der Woche zuzusehen, wie andere Teilnehmer schwärmend aus den Etappen zurückkehren. Ja - wenn sie zurückkehren... Unseren Freunden vom MSC Burghausen war das Tankstellennetz nicht eng genug und wurden für ihre Siegesambitionen durch leere Tankbäuche belohnt. Recht so, nur einer kann gewinnen und vae victis! (Wehe dem Besiegten). Weit nach Mitternacht kommen die Gebeutelten ins Lager und begraben die Hatz mit Schlafetappen bis Mittag.

-Sic transit gloria mundi- (So vergeht der Ruhm der Welt)

Andere Teams haben auch ihr Dilemma, da verschiedene Motorräder den Dienst quittieren. Heuer kristallisierte sich eine orange Marke heraus und löste in der Pannenstatistik die Schweden vom Vorjahr ab. Technisch lernt man hier dazu, weil immer irgendjemand schraubt. So hat unser "geflickter" Stammtischbruder den ganzen Tag über Gesellschaft und geizt nicht mit unterstützendem Know How. Die Schar der Nichtfahrenden wird immer größer, doch Roland aus Großgerau findet sich mit seinem Schieberbruch nicht ab. Solche Typen werden dem Namen "Enduromaniac" voll gerecht, da dieser innerhalb 24 Std. ins entfernte Wien fährt und für Ersatzteile sorgt. Markus, sein Spezi demontiert derweil alle nötigen Anbauteile und in seiner Zerleg-Wut findet er sogar noch ein krummes Ventil. -Selbstverständlich sofort nachgeordert -.

Die spinnen die Römer...(Zitat Obelix). Karl profitiert zusätzlich von der Botenfahrt und wird so von seinem Liegedasein im Womo erlöst. Roland nimmt ihn mit; endlich kann er in seiner Heimatstadt weiterbehandelt werden.

So hat ein exzellenter Fahrer einen wenig honesta missio. (ehrenvollen Abschied)

Am folgendem Fahrtag scheint wenigstens für den Rest unserer Mannschaft die Pechsträne gerissen, denn es geht alles wieder leicht von der Hand. Alle gewagten Abkürzungen sind von Erfolg gekrönt und wir durchfahren regelrechte Leckerbissen der Karpaten. Kammpfade reihen sich an Hohlwege und wer es ein wenig knackiger haben möchte, braucht nicht lange zu suchen. Das Glänzen in den Augen wird zeitweise nur vom Knurren des Magens unterbrochen, was aber einen Bayern in einer Dorfschänke im rumänischen Nirgendwo vor keine allzu große Problematik stellt. Auch hier dürfte sich rumgesprochen haben, dass der Gerstensaft bei uns als Nahrung zu bezeichnen ist. Was wir seit einiger Zeit bemerken, dass unsere Patrouille von einer Berliner Quad-Gruppe regelrecht verfolgt wird. Gut, sie haben die selben Ziele, nur sie lassen sich augenscheinlich nicht abschütteln und erklimmen mit der Hektik einer Weinbergschnecke alle Steigungen. Wir sehen uns wie in dem Hase und Igel - Spiel und bedienen uns einer List. Doch auch durch wahllos in den Hang gefräste Spuren lassen sie sich nicht in die Irre leiten. Ja , gut - probieren kann man’s mal.

Das Navigationsgerät macht heute richtig Spaß... bis zu diesem einen, schicksalsträchtigen Baum. Durch Pfeifen und Winken machen mich meine Weggefährten auf ihn aufmerksam. Da steht er nun, markiert mit gelber Farbe, wie alle von Sergio auserwählen Checkpunkte, und unser Mäusekino zeigt mir überhaupt nichts an !! Hilflosigkeit beschleicht mich.

-Cogito ergo sum.- (ich denke also bin ich)

Vergleichbar wäre das nur mit einer Ufo-Landung im Vorgarten... selbst ein Nummernstempel fehlt. Im Vertrauen auf das technische Zeitalter erlangten wir das Bewusstsein, das dieser Fall so nie eintreten könnte. Völlig verblüfft checke ich alle eingegebenen Waypoints, doch das Rätsel lüftet sich erst am Abend. Sergio eröffnet mir mit einem Grinsen, dass wir bei unserem "Pilzesuchen" an einem Punkt vorbeigekommen sind, der zwar markiert ist, aber noch nicht zur Wertung zählt. Dieser Baum wird erst zu einer späteren Veranstaltung aktiviert. Uff...! Mit wiedergefestigtem Glauben an die Technik fällt mir ein, dass das durchaus fatal enden könnte, wenn Sergios Spraydose in Hände von Motorradterroristen gelangen würde.
Des weiteren zeigt sich der Organisator sehr verwundert, da er an diesem Tag nicht für uns ausrücken musste. Hatte er doch schon mit dem Gedanken gespielt mit seinem 4weel-drive hinter uns her zu gurken, um noch schneller an einem potentiellen Unglücksort zu sein. Die Krankenschwester kaschiert ihre Langeweile damit, dass sie Gigi einfach stärker frequentiert wickelt...äh... verbindet - natürlich.

Am letzten Etappentag haben wir leider selten Augen für die Schönheit der Landschaft, denn heute gilt es, unsere Platzierung festzulegen. Es tut schon in der Seele weh, die Genusswege einfach nur zu benutzen um das Punktekonto zu füllen. Auch den letzten der neun Koordinatenpunkte fangen wir ein, wobei einige Pferde den Weg, es ist wieder ein besonders abgekürzter, nur widerwillig freigeben. Das einzige was uns behindert sind vereinzelt Viehgatter, die es zu öffnen gilt - oder diese Bäuerin, die nicht gerne unser Profil neben ihren frisch gesäten Karotten bestaunen möchte. Dafür zeigt sie beharrlich in eine Richtung - hat die wohl auch GPS? Kleinen Verfahrern setzt Rüdiger, den endgültig vom Rennfiber Gefesselten, mit seinem obligatorischen "Hier, - das bringt doch nichts!" ein Ende. So können wir doch eine erstaunliche Bilanz auf unserer Stempelkarte zusammenzählen.

Zurück im Camp hören wir von einer anderen Gruppe, die einen Hilferuf per Handy absetzen. Den Rachen nicht voll bekommend, bleiben sie mit "technischem Defekt" im Wald hängen und sind sich eines üppigen Abendmahles in Form mehrerer Kekse sicher. Zu fortgeschrittener Stunde ist es nicht möglich sie in der Dunkelheit zu bergen. Diese munteren Gesellen verblüffen jedoch die Fachwelt, als sie zum Frühstück pünktlich mit ihren eigenen Motorrädern erscheinen und von imaginären Kämpfen mit Wölfen und Bären erzählen.

Was uns verwundert, die Luft in den Hügeln der Westkarpaten ist scheinbar so gesund, dass sich sogar Motorräder von selbst regenerieren. Sei es drum, während den vergangenen Veranstaltungen sind schon mehrere im Wald von der Dunkelheit überrascht worden - drin geblieben ist noch niemand. Markus, Rolands "Schmiermaxe", ist sich sicher, schon einen Bären im Fahrerlager gesehen zu haben. Zur Veranschaulichung zeigt er seine Männerbrust, die der eines Werwolfes in der 3. Verwandlungsstufe sehr ähnlich ist. Sehr beeindruckend, und uns schaudert bei dem Anblick ungezähmter Kraft. Unseren ewigen Verfolgern mit den Quads kann ich nun gönnerhaft auch die Zufahrt zu einem der Koordinatenpunkte verraten, da deren frisch geduschter Zenturio keine Ambitionen mehr zeigt, den einzig fehlenden noch zu holen.

Die Stimmung ist sichtbar gelöst.

Wie immer braucht Sergio den Freitag zur Auswertung der Ergebnisse und die Teilnehmer nutzen diesen Tag, wenn noch nicht geschehen, um stressfrei auszureiten oder einfach die Wunden an sich oder seiner Maschine zu lecken.

Ich lasse mich hinreißen, mit einigen Freunden aus dem letzten Jahr, eine Sightseeing-Tour zu unternehmen. Natürlich können wir nicht anders, als uns das Leben selbst schwer zu machen und nur die ungepflegtesten Wege zu inspizieren. Hierbei finden wir noch eine frisch von Holzmaschinen angerührte Suppe von 70 cm Tiefe, die mich an Pfannkuchenteig erinnert. Dazu noch ein paar Baumkuchen die angeschnitten werden wollen...- es ist eben auch eine kulinarische Reise.

Die Veranstaltung ist übrigens wie prädestiniert neue Freundschaften zu knüpfen. Diese Erfahrung machte auch Jürgen, der glaubte, unserem fahrerischen Anspruch nicht zu genügen und sich kurzerhand einem Landshuter Team anschloss.

Diese Möglichkeit macht die Enduromania perfekt. Egal ob man ein gnadenloser Crack, oder eher ein zarter Genießer ist. Selbst bei alleiniger Anreise ist man innerhalb kürzester Zeit unter Gleichgesinnten und integriert. Bei der abendlichen Siegerehrung sind wir sehr gespannt, ob sich die Bolzerei gelohnt hat. - Wir werden nicht enttäuscht. Wahrscheinlich aufgrund der Bärenkämpfe oder legerer Teilnahme der Ortskundigen, hat niemand unseren Punktestand erreicht und der Endurostammtisch Straubing ist Sieger der Enduromania 1/2001.

-Alea ejacta est!- (der Würfel ist gefallen)

Nicht ohne Stolz übernehmen wir den Pokal, mit der Sicherheit, dieser Umgebung im nächsten Jahr wieder ein Gastspiel zu geben. -Ita dies placuit- (wie es den Göttern gefiel) Aber dann very easy, relaxed und mit Sicherheit einer sehr lückenhaften Stempelkarte. Das Land und unsere Hintern haben es verdient. Zur Verabschiedung kommt aber noch etwas zur Sprache, dass man wirklich nicht verdient hat: Sergio Morariu, der alte Schelm und Bäumebespritzer, kann nicht umhin mir zu stecken, dass wir an einem Checkpunkt direkt vorbeigefahren sein mussten. Einen ganz einfachen, eine Doppelnull quasi. Und sämtlicher Akkukrempel konnte uns nicht daran hindern.

Das... mir fehlen die Worte... trifft! Diesen Dolchstoß, der den des Brutus gegen Cäsar geführten zum Kinderstreich deklassiert. Tu quoque fili! (auch du mein Sohn). Das zum Schluss einer gewonnenen Veranstaltung - das haben wir nicht verdient!

Etwas Selbstvertrauen tanken wir wieder an der Grenze, als sich die Beamten über das "lokul 1" auf der Urkunde freuen, als hätten sie selbst gewonnen. Das beschleunigt die Formalitäten ungemein. Bei der Heimreise, die satte 1100 km beschreibt, haben wir genügend Zeit, das Erlebte zu verarbeiten. Die Dinge, die einen zu Anfang an diesem Land verwundern oder gar schockieren sind einem regelrecht ans Herz gewachsen und das normalste auf der Welt. Rumänien, so mein Reiseführer, ist in der Emotionsskala bei Reisenden von ganz oben bis unten zu finden. Doch immer wieder kommt man zu einem Ergebnis:

Bestimmt wieder hin - aber dann schööön Zeit lassen...

 

Christian Hänsel
Endurostammtisch Straubing