Tunesien Tour November 2004
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Ring...Ring...das Telefon klingelt.  Im Oktober bekam ich einen Anruf von Martin, dass er auch heuer wieder nach Tunesien will mit seinem Truck MAN L200. Dazu sucht er noch ein paar Irre die Lust darauf haben, Ihr Moped im Sand zu verbohren und abends nach einem warmen Bad im Thermalwasser der Oase ein, zwei Fäßchen Bier zu trinken. Da musste ich schon lange nachdenken, ob ich dazu Lust habe....NA KLAAAAR!!! Am Enduro Stammtisch dann noch schnell die restlichen Plätze verlost an die höchstbietenden... und los gings! Wir sind mit dem "Flugzeug" nach Djerba geflogen. Aber dieser Ausdruck ist eigentlich zu gut für den Rosinenbomber der "Karthago Airlines". Wenn man im Sitz so richtig Platz haben will, muss man sich die Beine oberhalb der Knie abhacken. Aber dann hat man super Platz und kann auf einem "Kingsize" Sitz von 32cm Breite seinen Flug genießen! Und nach einer Nacht in einem italienischen Rentner-Hotel (Wahrscheinlich wurde ein ganzes Altemheim "outgesourct" aus Italien) packten wir am nächsten Morgen auch gleich unsere Mopeds aus dem Truck aus....

Damit wir nicht verhungern mussten in der kargen Wüstenlandschaft, wurde ordentlich Proviant gekauft. Hier ist gerade unser Board Koch Bernie am verhandeln mit dem Besitzer des verschissenen Pick up Wagens. Zum Verkauf standen 2 Sätze Kuh-haxn mit Beilage. Bernie wurde deshalb zwei Tage später Kielgeholt.
Den alten Mann in der Mitte nahmen wir versehentlich aus dem Rentner Hotel mit. Da er an Altersdemenz litt, fiel Ihm das nicht weiter auf. Er schluckte aber für zwei ausgewachsene Holzfäller und musst so nach zwei Tagen in die Wüste getrieben werden.

(Unser Henrik hatte hier gerade einen Witz erzählt. Der Rest der Mannschaft hat ihn leider nicht kapiert)

Weil in der Wüste ja Tiere eine Seltenheit sind, hat sich unser Mane (Name wurde von der Redaktion geändert) seine eigenen Haustiere mitgenommen. Wie gut die dressiert sind, sieht man hier. Sie weichen Ihm nicht von der Seite und gehorchen auf´s Wort. Sitz!
Für die ganz hartgesottenen Burschen kam das Sandmännchen um 9 Uhr. 3 Bier später war der Matte ("der Matte") wieder fit. "War nur ein kleiner Durchhänger". Wie da wohl ein großer Durchhänger aussieht??? Wenn später mal wieder jemand den Matte suchte, war die erste Antwort: Schau amaoi in sei Zelt....
Endlich mal ein Souvenir, das nix gekostet hat! Tobi hat beim Versuch, mal so richtig auf die Kacke zu hauen, leider fast den Sack erwischt. Ein feiner Sonnenuntergang am Oberschenkel! Na dann, Gute Nacht!
Zurückgelegte Strecke im Sand= Beschleunigung des Mopeds geteilt durch sein Gewicht, multipliziert mit der Motorleistung. Wie man sieht, ging die Rechnung hier nicht ganz auf... Wenigstens hat der Pilot nach der Punktlandung noch die Ruhe, ein Foto zu machen. Denn....Fußspuren zum Standpunkt des Fotografen sind hier nicht zu sehen. :-)
4 Maß Weißbier auf der Düne! Aber halb so wild bei 8 Leuten. Außer Matte. Der fuhr beim zurückfahren so, als ob er schon mal drei Halbe Vorsprung gehabt hätte. Weiter so, Matte! Ich brauche noch einen Partner fürs German Cross Country 2005! Ich geb dir auch vor den  Rennen zwei Weizen aus!
Der einzige Buckel weit und breit: das Ksar, knapp 4km entfernt von der Oase. Jeden Tag mehrmals zur Gaudi raus und wieder rein....zum warm fahren gerade eine nette Strecke.
Extra für uns aufgeschüttet: Ein kleiner Trichter in den Sanddünen südlich der Oase. Vermutlich von einem vorsinntflutlichen Riesen-Ameisenlöwen ausgehoben, um in seinem Trichter vorbeikommen Opfer absaufen zu lassen....
Unser Matthias in einem Anfall kurzer Schlaflosigkeit erklimmt hier gerade noch den rettenden Rand des Trichters... 
während unser Andi hilflos zuschauen musste, wie seine Yamaha TT vom Ameisenlöwen kurz nach dieser authentischen Fotografie zerquetscht wurde.... nur der Bremshebel wurde wieder ausgespuckt..der war von einer KTM.
Wussten Sie, daß die Wäschespinne in Tunesien erfunden wurde? Nein? Wir auch nicht... bis zu diesem Tage. Ein 120 Jahre alter Beduine erzählte uns dieses Märchen und wies uns an, unsere Fahrerklamotten in einem kozentrischen Kreis auf einem Dornenstrauch zu hängen. Der Effekt war enorm: Der folgende Abend war Fliegen-frei! Keine einzige Fliege im Camp. Und: Am nächsten Tag war alles trocken...und ein Ring toter Fliegen am Boden rund um den Strauch herum.
Dieser biologische Fliegenfänger wurde zwar flugs kopiert von den Mitreisenden, aber die Effektivität ließ zu wünschen übrig.
Christian F. hier beim ausmessen eines Vorderrad Schlauches.  Weil es keiner glauben wollte, daß ein Schlauch in der Wüste im Schnitt um 1,3% länger ist als Zuhause, wurde hier nachgemssen. Bei der Gelegenheit wurde auch gleich der Snakebite im Schlauch geflickt.....

Rechts im Bild unser Matte mit seinem Flachmann. Echt schlau, wie er das Design auf "Luftumpe" gestylt hat, um die Zollbestimmungen zu umgehen.

Ja, das waren noch Zeiten, als wir alle Zweitakt-Sägen fuhren. Da brauchte keiner mehr abends eine Pfeife zu rauchen, um high zu sein. Heute ist das anders. Dank der (bis auch Andi´s Yamaha) raucharmen Viertakter mussten wir uns extra eine Wasserpfeife leisten um diesen Effekt zu erzielen. Der Feigenschnaps für 24.- Dinar=15 Euro ( 7 Stamperl, nicht Flaschen) war leider nicht im Preis enthalten.
Wenn Ihr das letzte Faß gezapft habt, das letzte Moped sauer gefahren habt, und der Wolf im Arsch zum Himmel schreit....werdet Ihr feststellen, dass es höchste Zeit ist, heim zu fliegen. Die weitaus bequemere Sitzposition in der  Business Class der Maschine nach Hause wird hier schon mal geübt.

Unser Matte (Hauptberuflicher Schankwirt und Schlaflaborbetreiber) zapft hier versteckt unter zwei Jacken, das letzte 5 Liter Fäßchen Warsteiner an.

Abendstimmung in der Oase Ksar Ghilane

Danke für die Fotos, die ich teilweise von Mane oder Andi verwenden durfte. Prost Matte !

 

Christian Frankl